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Biberdämme in der Gemeinde Gerstungen

Zwischen Oberellen und Unterellen verläuft die Elte. Ab Mitte des Jahres waren zur Freude vieler Naturinteressierten wieder einige Hinweise zum Aufenthalt von Bibern zu sehen.
Zwei stattliche Dämme wurden gebaut, Sträucher abgenagt und größere Wasserflächen angelegt. Teilweise wurden durch das Anstauen der Elte Wassertiefen von über 2m erreicht.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gerstungen, der Eltetal Agrar GmbH, der Unteren Naturschutzbehörde und dem GUV Hörsel/ Nesse sollten schnellstmöglich Lösungen gefunden werden, die allen Beteiligten gerecht werden. Gegen Anfang Dezember hatte die Elte, welche sonst ein beschauliches schmales Flüsschen ist, in einigen Bereichen eine Uferbreite von über 5 m. Bei einem weiteren Anstieg drohte die Elte an ihren Ufern überzulaufen und die Flächen der Eltetal Agrar zu überschwemmen.

Nach Abstimmung mit der Naturschutzbehörde des Wartburgkreises wurde ein Biberberater hinzugezogen, der die geplanten Arbeiten unterstützen sollte. Leider fiel der lokale Berater krankheitsbedingt aus, dafür sprang kurzerhand Biberberater Thorsten Königsfeld aus Neustadt/Orla in Ostthüringen ein.

Es wurde entschieden die Dämme zu drainieren. Dabei werden Verrohrungen auf einem gewissen Höhenniveau durch den vorhandenen Biberdamm geführt. Diese Rohre leiten dann das Wasser aus dem angestauten Bereich direkt durch das Dammbauwerk. Wichtig ist, dass diese Rohre nicht zu tief eingebaut werden, da der Biber eine Mindesttautiefe von 1 m benötigt. Außerdem würde die Gefahr bestehen, dass Höhleneingänge unterhalb des Wasserspiegels in angelegte Biberburgen durch den, dann niedrigeren Wasserstand freigelegt werden könnten.

Die geplanten Maßnahmen starteten am 14.12.2020 mit dem Bauhof des GUV Hörsel/ Nesse unter Leitung von Peter Pirl und Verbandsingenieur Bert Schwachheim. Hauptziel war es, zwei Dammbauwerke zu erhalten, jedoch den Wasserstand durch Einbau von langen Rohren zu begrenzen. Unter Beachtung von möglichen Starkregenereignissen und nach Ermittlung der durchschnittlichen Durchflussmenge der Elte von ca. 630 Liter Wasser pro Sekunde wurde entschieden, mindestens 3 KG-Rohre mit 40 cm Durchmesser je Damm einzubauen. Somit ist alleine durch das Dammbauwerk eine Durchflusskapazität von ca. 1.500 Liter pro Sekunde gegeben. Ein zukünftiges Überschwemmen der anliegenden Äcker wird dadurch eher unwahrscheinlich. Um zukünftig ein Verstopfen der Rohre durch den cleveren Biber zu verhindern, wurde am Ende der Rohre ein Käfig installiert. Die Gemeinde Gerstungen beteiligte sich mit zwei Kollegen des Bauhofs an der Maßnahme. Die beiden Mitarbeiter waren zu Wasser im Einsatz haben die Maßnahmen im Bachbett vom Boot aus unterstützt.

Gemeinsam konnten am 15.12.2020 beide Dämme zur Zufriedenheit aller hergerichtet werden. Generell soll diese Aktion auch zeigen, dass bei zügigem Reagieren aller Beteiligten und Verständnis für Mensch und Natur immer eine Lösung zu finden ist.